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Legionellenbefall in ADLER Häusern

Pressemitteilung der Mieterinitiative Nahariyakiez vom 18.05.2026

Massive Gesundheitsgefahr durch Legionellen im Nahariya-Kiez in Lichtenrade

+++ Mieterinitiative schlägt Alarm: Legionellen-Skandal und jahrelange Missstände in der

Nahariya-Siedlung +++ Kinder und Familien in Lichtenrade hohem Gesundheitsrisiko ausgesetzt +++ Erste asthmaähnliche Symptome bei Kindern und Jugendlichen +++ Ratten im 10 Stock, massives Schimmelproblem +++ Adler Group bestätigt sich als schlimmster Vermieter Berlins +++ Bezirk, Gesundheits- und Bauamt müssen schnell handeln +++ Initiative fordert Sanktionen gegen Adler und sofortige Aufklärung ++++

Berlin, 18. Mai 2026

Die Mieter*inneninitiative Naharihakiez gemeinsam mit dem Kiezteam Tempelhof-Schöneberg der Initiative Deutsche Wohnen & Co enteignen kritisieren die Zustände in der Nahariya-Siedlung in Berlin-Lichtenrade. In den Wohnungsbeständen der Adler-Group gefährdet aktuell ein Legionellen-Skandal gefährdet die Gesundheit zahlreicher  Bewohner*innen. Dies reiht sich ein in eine seit Jahren anhaltende Kette gravierender Missstände.

„Der Legionellen-Skandal und die erheblichen Mängel in allen Häusern der Nahariya-Siedlung sind eine lebensbedrohliche Gefahr und Respektlosigkeit gegenüber uns Mieter*innen. Wir haben ein Recht auf sicheres und gesundes Wohnen als stolzer Lichtenrader*innen” sagt D. Feurig, Bewohnerin der Siedlung und engagiert in der Mieterinitiative Nahariya-Kiez (MiNA). 

„Die Adler-Group gefährdet seit Jahren wissentlich und fahrlässig die Gesundheit von Kindern, Familien und Rentner*innen hier im Kiez und lässt die Häuser herunterkommen. Der Bezirk weiß Bescheid, aber macht nicht genug Druck auf Adler. Die Politik muss jetzt alle Register ziehen! Wir fordern Sanktionen gegen Adler und sofortige Aufklärung und Beseitigung der Mängel im Wassersystem und den Häusern.” so Feurig.

Ein Großteil der 800 Wohnungen in der Nahariyasiedlung in Süd-Berlin sind von den Legionellen betroffen. Genaue Zahlen liegen nicht vor, weil ADLER seiner Verpflichtung, die Untersuchungsergebnisse den Mieter*innen mitzuteilen, trotz Aufforderung nicht nachkommt. Über die Zustände in der die Nahariyastr. 35 berichtete bereits der Tagesspiegel am 02.04.2026. Nach aktuellen Erkenntnissen der Mieterinitiative sind allerdings noch viel mehr Häuser betroffen, die Adler-Group ist für die eigenen Mieter*innen nicht erreichbar.

Dabei liegen erste Hinweise auf Legionellen bereits seit letztem Jahr vor: Im Rahmen einer

Einwohneranfrage in der Bezirksverordnetenversammlung (BVV) am 22.04.2026 wurde

bekannt, dass dem Gesundheitsamt bereits seit dem 12.12.2025 erste Befunde vorliegen

(Groß-Ziethener-Straße 78-82). Insgesamt liegen dem Gesundheitsamt Befunde für über 50

Häuser vor. Dennoch bleibt auch nach der Antwort des zuständigen Stadtrats unklar, welche Häuser konkret betroffen sind und wie hoch die Belastung ausfällt.

„ Das Gesundheitsamt beim Bezirksamt Tempelhof-Schöneberg von Berlin muss umgehend tätig werden.” sagt Marcel Eupen, Vorsitzender des  Alternativen Mieter- und Verbraucherschutzbund e.V. (AMV). Legionellen können zwei Krankheiten hervorrufen: das sogenannte Pontiac-Fieber und die Legionärskrankheit. Die Legionärskrankheit ist eine schwere Form der Lungenentzündung und kann tödlich verlaufen. Wir erwarten, dass sich das Gesundheitsamt des Bezirksamts Tempelhof-Schöneberg unverzüglich aktiv einschaltet und notfalls eine Ersatzvornahme auf Kosten der Adler Group durchführt.” so Eupen. „Erste Bewohner*innen berichten bereits von gesundheitlichen Beschwerden, darunter asthmaähnliche Symptome bei Kindern und Erwachsenen”, fügt Feurig hinzu.

Bezirksamt und Vermieter in der Pflicht

Die Mieterinitiative Nahariyakiez (MiNa) hat jetzt genug. Sie fordert umgehend:

  1. Transparente Aufklärung über das Ausmaß des Legionellen Befalls – inklusive einer vollständigen Liste betroffener Gebäude und Messwerte.
  2. Sofortige Maßnahmen zum Gesundheitsschutz, darunter sichere Wasserversorgung und medizinische Aufklärung für die Bewohner*innen.
  3. Nachhaltige Sanierung der Gebäude, insbesondere der Wasser- und Heizsysteme sowie regelmäßige Wartung und Instandhaltung.
  4. Verlässliche Ansprechstrukturen durch die Hausverwaltung.
  5. Sanktionen gegenüber ADLER durch das Gesundheitsamt und der Wohnungsaufsicht, sowie Schadensersatz für bereits erkrankte Mieter:innen.

Wenn die Adler-Group so handelt, hat sie keine Berechtigung zu Vermieten.

Jahrelange Vernachlässigung und gesundheitsgefährdende Mängel

Der Legionellen-Skandal reiht sich ein in eine lange Liste von Problemen, unter denen die Mieter*innen der Nahariya-Siedlung seit Jahren leiden. Die Mieterinitiative Nahariya-Kiez hat in einer Umfrage über 200 Mieter:innen aus allen Häusern zu dem Zustand der Gebäude und Wohnungen befragt. Die Ergebnisse sind skandalös: Alle Häuser sind von erheblichen Mängeln und Schimmel betroffen. Doch die Adler Group reagiert auf Meldung von Mängeln kaum oder willkürlich. Der aktuelle Legionellen-Skandal ist dabei nur die Spitze des Eisbergs.

„A propos Eisberg, mit Kälte kennen wir Mieter*innen uns hier nur zu gut aus.” sagt A.  Vogelfänger, ebenfalls Bewohnerin der Siedlung. Fast alle Häuser hätten undichte Fenster und im Winter immer wieder ausfallende oder schwache Heizungen. Damit würden die Wohnungen im Winter kaum warm. Das sei besonders für Familien mit kleinen Kindern und die vielen Rentner*innen in Nahariya-Siedlung gefährlich und fördere Schimmelbildung. „Adler gibt natürlich den Mieter*innen die Schuld an Schimmelbefall. Dabei sind ein Drittel der befragten Mieter*innen von starkem Schimmel betroffen – bei gleichzeitig kaputten Fenstern und Heizungen. Das ist kein individuelles Verschulden, sondern liegt an der jahrelangen Vernachlässigung der Häuser”, so Vogelfänger.

Dazu kommen defektes Warmwasser, marode und teils beschädigte Leitungen, kaputte Lüftungen, wiederkehrende Rohrbrüche sowie die schlechte bis unzumutbare Wasserqualität. Die mangelhafte Bausubstanz, Risse im – teilweise asbestbelasteten – Mauerwerk und Feuchtigkeitsschäden begünstigen zusätzlich massive Schimmelbildung und bieten Raum für Mäuse und Ungeziefer. „Nachbar*innen berichten selbst im 7. Stock von Ratten im Klo”, so Vogelfänger.

Auch außerhalb der Wohnungen setzt sich das Bild fort: Kaum gereinigte Treppenhäuser,

Schädlingsbefall, kaputte Haustüren und defekte Infrastruktur. Unsichere Spielplätze,

fehlende oder ausfallende Beleuchtung und wiederkehrende Wasserschäden sind fast so alltäglich wie defekte Aufzüge. Für mobilitätseingeschränkte Bewohner*innen bedeutet dies teilweise, dass sie ihre Wohnungen nicht mehr verlassen oder erreichen können.

Unerreichbar ist auch die Hausverwaltung: „Im Gegensatz zur Bausubstanz ist die Mauer der Adler Group undurchlässig“, sagt A. Vogelfänger, „egal ob Telefon, Email oder per Post – Beschwerden werden gekonnt ignoriert, genauso wie Rückfragen zu intransparenten und fehlerhaften Betriebskostenabrechnungen von mehreren tausend Euro”.

Die Zustände in der Siedlung sind kein Einzelfall, sondern ein System. „Die Adler-Group ist der dreistesten Großvermieter Berlins, der dringend in die Verantwortung genommen werden muss, dass ein solcher Konzern Verantwortung für über 800 Wohnungen und ihre Bewohner:innen hat, ist fahrlässig.”, sagt Marcel Eupen vom Alternativen Mieterverein.